Landwirtschaft in Kirpal Sagar

Spagat zwischen Ökologie und Versorgungssicherheit

Landwirtschaft in Kirpal Sagar vor allem dem Eigenbedarf von Schulen, Krankenhaus, Altenheim, der öffentlichen Küche – kurze Wege, frisch, nachhaltig.

Landwirtschaft – die Ausgangssituation

Bauern und Arbeiter

Auch in Indien mit seinen weiten Flächen bringt die industrielle Art der Landbestellung die traditionelle Bearbeitung der Felder durch viele helfende Hände in arge Bedrängnis.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen sind immens. Viele Kleinbauern sind nicht mehr konkurrenzfähig und müssen ihre kleinen Parzellen an Agrarkonzerne verkaufen, bei denen sie sich wegen Kauf von Saatgut, Düngemitteln und Unkrautvertilgern verschuldet haben. Anschießend können sie – wenn sie Glück haben – auf dem vormls eigenen Land weiterhin als Angestellte tätig sein.

Viele der oft am Existenzminimum lebenden Landarbeiter werden überflüssig und durch Maschinen ersetzt. Oft ist damit auch Obdachlosigkeit verbunden, lebte man doch vorher auf dem bewirtschafteten Land.

Der Druck auf die Armutsviertel der Städte nimmt so strukturbedingt ständig zu. Diese werden nicht selten von den Behörden immer weiter vor die Städte ausgelagert, weil die Grundstücke anderweitig genutzt werden sollen. Arbeitslosigkeit wird so zu immer größeren Problem.

Böden

Seit den 1960er Jahren wird die Landwirtschaft immer intensiver.

Der übermäßige Einsatz großer Mengen an Kunstdünger wirkt sich inzwischen so aus, dass zumindest in Nordindien die oberen Bodenschichten so stark mit Salzen angereichert sind, dass sie oft stark an Fruchtbarkeit eingebüßt haben.

Traditionelle Fruchtwechsel sind weitgehend in Vergessenheit geraten, bodenverbessernde Zwischenfrüchte wie Leguminosenarten werden nur mehr selten angebaut.

Maisanbau mit Pestizid-Rundumvernichtung hat vieles andere verdrängt.

Manches geht nur mit der Hand

Reststoffe spenden zuerst Biogas, werden dann kompostiert

Ranktunnel zur Beschattung von Gemüse

Alles was gegen die Natur ist,

hat auf Dauer keinen Bestand

Charles Darwin

Tröpfchenbewässerung im Gemüseanbau

Bäume, Gelbwurz, Blumenkohl

Landwirtschaft in Kirpal Sagar – konkret

Gemüseanbau

Kirpal Sagar blickt inzwischen auf mehr 15-jährige Erfahrung im umweltschonenden Gemüseanbau zurück.

Was zuerst auf einem Feld und dann in einem Folienhaus begann, diese Erfahrungen werden inzwischen auf etwa der Hälfte der Felder angewendet.

wissenschaftliche Begleitung

2017 lieferte eine Kooperation mit der Universität Wismar den Anstoß, auf mehreren Feldern Heilpflanzen anzubauen.

Integration von Methoden der Permakultur

Inzwischen liegt der Schwerpunkt darauf, Methoden der Permakultur zu integrieren.

Dabei werden verschiedene Pflanzen so ausgewählt, dass sie mit den lokalen Bedingungen von Boden, Niederschlag und Klima gut zurechtkommen und sich gegenseitig unterstützen.

Der Oberboden ist dadurch gut abgedeckt und vor Erosion geschützt.

Fruchtwechsel erhalten die Regenerationsfähigkeit auch auf lange Sicht.

Kompost

Organische Reststoffe wie Stroh oder Mist werden kompostiert und so dem natürlichen Kreislauf wieder zugeführt, mit langfristigem Aufbau einer Humusdecke auf den sandigen Böden.

Nach den ersten Versuchen vor 30 Jahren kann Kompost inzwischen erfolgreich in größerer Menge bereitet wird. Insgesamt versorgen die landwirtschaftlichen Flächen Kirpal Sagar mit Grundnahrungsmitteln und bieten vielen landwirtschaftlichen Helfern Arbeit.

Tröpfchenbewässerung

Sparsamer Umgang mit Wasser ist inzwischen unabdingbar.

Das beginnt bei der Auswahl weniger wasserbedürftiger Pflanzenarten. Im Gemüseanbau kommt Tröpfchenbewässserung zum Einsatz. Ein durch Nebenfrüchte bedeckter Boden kann deutlich mehr Feuchtigkeit halten und trocknet nicht so schnell aus wie ein konventioneller, nahezu nackter Acker.

In der Summe schonen die Maßnahmen das Grundwasser und beugen einer weiteren Versalzung der Böden vor.

Nachhaltigkeit

Boden und Wasser

Regeneratives

Kirpal Sagar

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