Boden und Wasser
Basis des irdischen LebensBoden und Wasserreserven
Ein fruchtbarer Boden und sauberes Wasser sind Grundlagen des Lebens.
Die Ausgangslage
Eine auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgerichtete Art der Landbestellung nimmt keine Rücksicht auf die Regenerationsfähigkeit des Bodens, auf die für den Erhalt der Fruchtbarkeit so wichtigen Kleinstlebewesen und die knappen Grundwasserreserven.
Die allgemeine wirtschaftliche Lage in der Landwirtschaft scheint keine andere Option mehr zu bieten als immer mehr zu intensivieren, immer industrieller zu bewirtschaften.
Das können keine Betriebe nicht und müssen daher aufgeben. Das Land wird oft von Agrarkonzernen aufgekauft und gewinnbringend wieder verpachtet.
eigenartige Terrassierungen in der Ebene
Fährt man durch Nordindien, fallen oft Felder auf, die mitunter mehrere Meter unter dem allgemeinen Bodenniveau liegen. Die Feldraine sehen aus wie natürliche Lehmmauern. Wie kommt es zu diesem ungewöhnlichen Anblick?
Bringen die Felder durch intensive Bewässerung plus exzessiven Düngereinsatz kaum mehr Frucht, wird zu einem drastischen Mittel gegriffen.
Abhilfe bietet dann nur noch die Abtragung des Mutterbodens. Etwa ein Meter wird abgegraben, das Material wird in örtlichen Ziegeleien weiterverarbeitet.
Humusanteile verschwinden somit einfach, mit all den daraus sich ergebenden Folgen. Auf dem Feld wird inzwischen sozusagen ein Stockwerk tiefer angebaut, bis diese Bodenschicht ebenso ausgelaugt ist, ein Teufelskreis.
Die früher häufigen Feldränder mit Büschen und Gestrüpp sind meist großen Feldern gewichen. Der Winderosion wird so Tür und Tor geöffnet. Der Verlust an pflanzlichen Bodenbestandteilen erfordert stärkeren Einsatz von mineralischem Dünger, was zusammen mit kräftigem Bewässern eine Versalzung der Böden beschleunigt, die bis zur Unfruchtbarkeit führen kann.
Problemfeld verfügbares Wasser
Nachdem im Norden Indiens weit mehr Wasser entnommen wird, als Grundwasser nachgebildet wird, sinkt der Grundwasserspiegel immer weiter ab.
Eine weitere Herausforderung besteht im Umgang mit Schmutzwasser, das oft ungeklärt in Gräben und Tümpeln eingeleitet oder einfach auf Felder ausgebracht wird. Kläranlagen sind in ländlichen Regionen noch rar, wassersparende Bewässerungsmethoden noch kaum verbreitet.
Schutz von Boden und Wasser – konkret
Der Bodenverdichtung entgegenwirken
Kirpal Sagar verwendet leichte Traktoren, um die Bodenverdichtung in Grenzen zu halten. Natürliche Pflanzenfasern lockern den Boden nachhaltig auf.
Getreidestroh wird als Einstreu im Stall verwendet, dann der Biogasanlage zugeführt, deren Reste mit anderen organischen Abfällen wie Laub und Stroh kompostiert. Die Nährstoffe kommen damit organisch gebunden in den Boden zurück und werden nicht so leicht vom ablaufenden Monsunregen mitgenommen.
Ein System der Kreislaufwirtschaft mit Fruchtwechseln minimiert ergänzend zum Komposteintrag den Einsatz von mineralischem Dünger. Zudem kann so die Abhängigkeit von langen Lieferketten reduziert werden. Was vor Ort anfällt, das wird vor Ort verabreitet und verwertet.
Wasser sparsam einsetzen
Feldraine werden mit Bäumen bepflanzt, einzelne Felder mit Bäumen besetzt. Deren Schatten bremst die sonnenbedingte Verdunstung, ihre Gestalt bremst den austrocknenden Wind.
Stark wasserbedürftige Pflanzen wie Reis werden nur in der für die Eigenversorgung nötigen Menge angebaut. Im Gemüseanbau in Kirpal Sagar kommt inzwischen vermehrt Tröpfchenbewässerung zum Einsatz.
Abwasser aufbereiten
Inzwischen wird neben einzelnen 3-Kammer-Gruben eine Kläranlage errichtet, welche die Abwässer des ganzen Areals aufbereitet.
Die Maßnahmen wirken natürlich nicht über Nacht. Langer Atem und Durchhaltevermögen sind nötig.
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